Rolf Gerdes

Den Mutigen gehört die Welt ... den Freileitungsakrobaten  

 So, wie die Dampflok Badenia einst durch Ottenhöfen dampfte, genau so waren auch die Dampflokomotiven der Butjenter Bahn im weiten flachen Marschenland Butjadingens schon von weitem hörbar.   

 Hier das Hörerlebnis der Lok Badenia

 

 Sound: www.dampfsound.de

 

  Butjadinger Bahn

 Über die Kleinbahn in Butjadingen gibt es zahlreiche Publikationen. Die bekannteste und  fachlich gut recherchierte Literatur, das Buch "Die Butjadinger Bahn", erschien 1998 im Verlag Kenning, ist nur noch bei eBay erhältlich!!

 Diese Homepage beschränkt sich auf Abbildungen zu der kleinen Bahn, die so bislang nicht zu sehen waren.

                                          Die Fahrzeuge der Butjadinger Bahn

 

  

 

Der Bericht schildert eindrucksvoll das Arbeitsleben in der "Werkstätte" im Eckwarder Lokschuppen

 

 

Unfälle gab es bei der der BB immer wieder.

 

 

 

  

 

Bild: Dieter Winkler

 

 

Stollhamm: Insel der Ruhe


 

 

Ein letzter Rettungsversuch für die Kleinbahn: Die Lok Stollhamm

 

 

Die über 30 technisch nicht gesicherten Bahnübergänge der Bahn waren ein erhebliches Unfallrisiko
Up Platt vertellt: Wenn es Nacht wurde im Eckwarder Lokschuppen

 

 

 

 

 

Bahnhof Stollhamm: Es ist ein Freitagmorgen. Die Viehhändler warten auf den amtlichen Wäger, den Bahnagenten Heinz Gerdes, der gleich auf der Balkenwaage das Lebendgewicht der abgelieferten Tiere ermitteln und auf einer Wiegekarte dokumentieren wird. Der Triebwagen nach Nordenham ist voll besetzt.

 

 

Schematische Übersichtspläne der Bahnhöfe

 

 

 

  

 

 

 

 

 

 

Der DWK-Triebwagen wurde in der Eckwarder Werkstatt aufgearbeitet. Damals sicherlich eine große Herausforderung an die Handwerker der Bahn. Dafür existiert er aber noch heute und wird in ein paar Jahren vsl. wieder auf norddeutschen Schienen fahren!!

 

 

 

 

Das Schicksal der Nordenham
Mit Hilfe von Gerhard Moll konnte das Schicksal der Lok Nordenham aufgeklärt werden. Sie verblieb in der DDR und wurde dort verschrottet.

                                                                                                                                                                                                         Alle Fotos: © Rolf Gerdes

 

 

 Mitschnitt einer öffentlichen Sendung von Radion Bremen aus dem Jahre 1968.

Gerd Lüpke bereiste die Butjadinger Bahn und interviewte dabei den letzten Betriebsleiter der Bahn, Heinrich Meggers, und Hinrich Indorf. den Rottenführer der Tossenser Rotte.

Heinrich Meggers erklärt ohne Umschweife, warum die Butjadinger Bahn nach 1945 keine Chance mehr hatte:

                                                         "Die Zeit ist über die kleinen Stichbahnen hinweg gegangen."

 

Interview mit Heinrich Meggers 

Mitschnitt: Rolf Gerdes

 

  

 

 Die Fotomontage zeigt das Dilemma  der Butjadinger Bahn: Die vielen Hecktore zu den Weiden waren oft nur unreichend gesichert, somit gelangten immer wieder Tiere auf den Bahndamm und kollidierten mit einem Triebwagen oder einer Dampflok.  Auf Kontrollfahrten mit der Draisine überprüfte die Betriebsleitung regelmäßig den ordnungsgemäßen Verschluß  der Hecktore. Landwirte, die ihre Hecktore nicht ordentlich sicherten, hafteten bei einem Unfall für den entstandenen Schaden.  

 Im August 1951 wird der Landkreis Wesermarsch vom Land   Niedersachsen zum Sanierungsfall erklärt. Sogenannte Notstandsarbeiter werden zur Sanierung des Oberbaus im Streckenabschnitt Nordenham - Stollhamm eingesetzt 

 

 

 

Wenn aus Schwellen Torf wird.... Foto: F. Frerichs

Die Gleislage in der Moorseer Kurve  war immer kritisch. Schwere Güterzüge schaukelten sich langsam über die schlechte Oberbaustrecke.

Das Foto (rechts) zeigt Abbrucharbeiten irgendwo zwischen Stollhamm und Eckwarderhörne. Der marode Oberbau ist unverkennbar. Die Schwellen waren nur noch als Feuerholz zu gebrauchen.

Der Amtsverband Butjadingen stellte im Dezember 1936 fest, … dass die Bahn weiter unwirtschaftlich bleiben wird, wenn keine andere Betriebsführung gewählt wird, andernfalls ist die Bahn einzustellen.

Es wird auch festgestellt, dass in den Oberbau  investiert werden muss. Der Oberbau (Schienen, Schwellen) aus dem Jahre 1908 hat seine Liegedauer von 25 Jahren erreicht und muss erneuert werden.

Mit der Oberbauvorschrift DV 820, gültig vom 01.10.1939, waren eindeutige Handlungsanweisungen für die Instandhaltung des  Oberbaus gegeben. Im Dezember 1940 wird die Erneuerung des Oberbaus durch Kriegsgefangene geplant. Die Schienen sollen durchgehend verschweißt werden. Die Maßnahme kommt wegen des Krieges aber nicht mehr zur Ausführung.

 Die Butjadinger Bahn wurde einst geplant und gebaut für eine Achslast von 12 t, mit Schienen der Form S 24 und Schwellenabständen von 75 cm.

In den Nachkriegsjahren stieg die Achslast der neu produzierten Güterwagen auf 16 t. Als Standard für den Oberbau wurden nun Schienen der Form S 49 und ein Schwellenabstand von 62 cm festgelegt. Heute beträgt die zul. Achslast auf Hauptstrecken 22,5 t.

Dafür war die Butjenter Kleinbahn nicht mehr geeignet und das Ende des Butjenters nicht mehr aufzuhalten.

Mit dem Ende des Personenverkehrs im Juli 1956, wurde die Strecke bis Stollhamm für den Güterverkehr noch instandgesetzt. Die Schienen wurden verschweißt und die Strecke in  ein Anschlußgleis Wehlau umgewidmet. Aber auch der Güterverkehr verlagerte sich  kontinuierlich von der Schiene auf die Straße. Im Dez. 1968 lief der Pachtvertrag für das Anschlußgleis Wehlau aus und es kam die endgültige Einstellung des Eisenbahnverkehrs auf der Butjadinger Bahn.

Anm.:

Schiene S24: Vignolschiene leichte Ausführung, Metergewicht 24 kg 

Schiene S49: Vignolschiene schwere Ausführung, Metergewicht 49 kg

 

Verschweißen der Schienenstöße im Thermit-Verfahren

  

Mit dem Schienenhobel werden die Schweißstöße geglättet.

 

 

Wenn Hecktore nicht verschlossen sind....

                                                                                                               Ein Blick in die Zukunft

 

Ob für die Containerquerverkehre zwischen Wilhelmshaven und Bremerhaven eine Güterbahn über Stollhamm Sinn macht, muss sich erst noch zeigen.

 

 

 

 

Das Containerschiff VIVIANA benötigte am 01.07.18 von Wilhelmshaven nach Bremerhaven 13 Std. Fahrzeit

 

 

Bahnhof Stollhamm

Wie auf meiner Modellbahnlage rollen irgendwann vielleicht auch echte Güterzüge von Wilhelmshaven über Stollhamm nach Bremerhaven - wer weiß....